15 Jahre nach Steve Jobs: zurück zum Aqua-Look?
17/09/26 17:33
Es war einer der vielleicht größten "Wow-Momente" der Computergeschichte, als Steve Jobs am 24.03.2001 Mac OS X in der Ur-Version 10.0 (Codename "Cheetah") für die Öffentlichkeit freigab. Obwohl die erstmals auf einem UNIX-Unterbau aufsetzende Systemarchitektur mit seinem Anschaffungspreis von über 300 € nicht gerade preiswert und zudem noch höchst fehlerhaft war, kaum Software anbot und auch längst nicht sämtliche Hardware-Peripherie unterstützte, faszinierte Mac OS X durch seine überragende Optik. Mit transparenten Buttons und fein gestreiften Oberflächen "verzauberte" Apple vor allem Computer-Laien, die das graue Einerlei der Windows-Welt satt hatten und in Scharen zum "Aqua-Look" des brandneuen Mac-Systems konvertierten.
Die Mac-Fangemeinde durchlief seinerzeit hingegen eine schwere Krise: Während alteingesessene "Macianer", vor allem Profis aus der Medienwelt, den puritanisch-grauen Flatlook von Mac OS 9 bevorzugten und die mangelnde Kompatibilität des "Neulings" kritisierten, waren es vor allem Windows-Umsteiger, die begeistert von der faszinierenden Ästhetik der blauen, leicht pulsierenden Bedienknöpfe sehr schnell auch die enorme Benutzerfreundlichkeit dieses kinderleicht zu bedienenden Systems zu schätzen wussten. Bereits mit Version 10.1 war es auch blutigen Anfängern auf einmal mühelos möglich, eigene Filme zu schneiden und ansprechende Multimedia-Materialien für die Schule zu entwickeln. Ich selbst konnte seinerzeit zahlreiche Kollegen und Kolleginnen für den Mac begeistern. (Sie haben alle noch heute einen Mac und würden nie wieder etwas anderes kaufen wollen).
Nachdem Steve Jobs am 5.Oktober 2011 viel zu jung verstarb, verabschiedete sich Apple unter dem neuen CEO Tim Cook schrittweise vom so populären und oft kopierten Aqua-Look und führte einen bewusst "eindimensionalen" Flat-Look ein. Zwar war das System inzwischen wesentlich leistungsfähiger als zuvor und war zudem kostenlos verfügbar, aber die Begeisterung früherer Zeiten löste es nur noch selten aus. Mac OS X bzw. macOS, wie es inzwischen hieß, war "erwachsen" geworden, aber auch ein bisschen langweilig. Function over looks, könnte man die damalige System-Philosophie nennen.
Im Sommer 2025 erinnerte man sich in Cupertino, dem Hauptsitz der Firma Apple, offenbar an die glorreichen Zeiten der Aqua-Ästhetik, als man mit Liquid Glass eine Designsprache entwickelte, die näher bei Aqua als beim Flat Look war. Diesen Weg scheint man seit der Amtsübergabe an den Nachfolger von Tim Cook, John Ternus, nun verstärkt fortsetzen zu wollen. Mit dem Erscheinen von macOS 27 sind nun auch die drei ampelfarbigen Bedienelemente oben links wieder dreidimensional und transparent glänzend. Es bewahrheitet sich einmal mehr die alte Historiker-Weisheit: "Was gut war, kommt irgendwann wieder!" Aber auch das Gegenteil ist wahr: Wer etwas revolutionär Neues wie Mac OS X einführt, muss mit oft heftigen Widerständen rechnen.
Man könnte nun einwenden, es gehe bei einer Bedienoberfläche, kurz GUI: Graphical User Interface, doch "nur" um Design, sprich: um "Äußerlichkeiten". Aber Hand aufs Herz: Unterrichten Sie lieber in einem heruntergerockten Pavillon (Spitzname: Hundehütte) oder einem modern hergerichteten Schulneubau mit ansprechenden Farben und edlen Materialien? Warum sollte man also auf seinem Computer-Desktop nicht auch eine motivierende Optik haben, die die tägliche Arbeit im wahrsten Sinne zu einem "Hingucker" macht?
Die Mac-Fangemeinde durchlief seinerzeit hingegen eine schwere Krise: Während alteingesessene "Macianer", vor allem Profis aus der Medienwelt, den puritanisch-grauen Flatlook von Mac OS 9 bevorzugten und die mangelnde Kompatibilität des "Neulings" kritisierten, waren es vor allem Windows-Umsteiger, die begeistert von der faszinierenden Ästhetik der blauen, leicht pulsierenden Bedienknöpfe sehr schnell auch die enorme Benutzerfreundlichkeit dieses kinderleicht zu bedienenden Systems zu schätzen wussten. Bereits mit Version 10.1 war es auch blutigen Anfängern auf einmal mühelos möglich, eigene Filme zu schneiden und ansprechende Multimedia-Materialien für die Schule zu entwickeln. Ich selbst konnte seinerzeit zahlreiche Kollegen und Kolleginnen für den Mac begeistern. (Sie haben alle noch heute einen Mac und würden nie wieder etwas anderes kaufen wollen).
Nachdem Steve Jobs am 5.Oktober 2011 viel zu jung verstarb, verabschiedete sich Apple unter dem neuen CEO Tim Cook schrittweise vom so populären und oft kopierten Aqua-Look und führte einen bewusst "eindimensionalen" Flat-Look ein. Zwar war das System inzwischen wesentlich leistungsfähiger als zuvor und war zudem kostenlos verfügbar, aber die Begeisterung früherer Zeiten löste es nur noch selten aus. Mac OS X bzw. macOS, wie es inzwischen hieß, war "erwachsen" geworden, aber auch ein bisschen langweilig. Function over looks, könnte man die damalige System-Philosophie nennen.
Im Sommer 2025 erinnerte man sich in Cupertino, dem Hauptsitz der Firma Apple, offenbar an die glorreichen Zeiten der Aqua-Ästhetik, als man mit Liquid Glass eine Designsprache entwickelte, die näher bei Aqua als beim Flat Look war. Diesen Weg scheint man seit der Amtsübergabe an den Nachfolger von Tim Cook, John Ternus, nun verstärkt fortsetzen zu wollen. Mit dem Erscheinen von macOS 27 sind nun auch die drei ampelfarbigen Bedienelemente oben links wieder dreidimensional und transparent glänzend. Es bewahrheitet sich einmal mehr die alte Historiker-Weisheit: "Was gut war, kommt irgendwann wieder!" Aber auch das Gegenteil ist wahr: Wer etwas revolutionär Neues wie Mac OS X einführt, muss mit oft heftigen Widerständen rechnen.
Man könnte nun einwenden, es gehe bei einer Bedienoberfläche, kurz GUI: Graphical User Interface, doch "nur" um Design, sprich: um "Äußerlichkeiten". Aber Hand aufs Herz: Unterrichten Sie lieber in einem heruntergerockten Pavillon (Spitzname: Hundehütte) oder einem modern hergerichteten Schulneubau mit ansprechenden Farben und edlen Materialien? Warum sollte man also auf seinem Computer-Desktop nicht auch eine motivierende Optik haben, die die tägliche Arbeit im wahrsten Sinne zu einem "Hingucker" macht?