"PlagiatGPT" und kein Ende?
18/06/26 11:43
Noch vor zwei Jahren wurde die Diskussion über Künstliche Intelligenz häufig so geführt, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten: totale Ablehnung oder grenzenlose Euphorie. Inzwischen hat die Realität die Debatte eingeholt. Nicht die KI selbst sorgt für die Schlagzeilen, sondern ihr Missbrauch.
Der frühere Tagesspiegel-Chef Stephan-Andreas Casdorff geriet in die Kritik, weil Artikel in erheblichem Umfang von KI erstellt worden sein sollen und wurde von seinen redaktionellen Aufgaben entbunden. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt musste sich Fragen zu KI-generierten Reden, Gastbeiträgen und sogar einer Rede zum Holocaust-Gedenken stellen. Besonders problematisch erschienen dabei nicht primär die verwendeten Werkzeuge, sondern nicht nachvollziehbare oder erfundene Zitate, die schließlich sogar zur Rücknahme eines Gastbeitrags führten.
Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sah sich bereits mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Zwar handelt es sich dabei nicht um KI-Fälle im engeren Sinne, doch die Grundfrage ist dieselbe: Wer ist eigentlich Autor eines Textes? Und worauf gründet sich die Glaubwürdigkeit eines veröffentlichten Beitrags?
Interessanterweise zeigen die aktuellen Fälle etwas anderes als viele Lehrer zunächst vermuten würden. Die Öffentlichkeit empört sich nicht darüber, dass jemand ChatGPT benutzt hat, sondern darüber, wenn jemand Verantwortung und das eigene Denken delegiert. Kritisch wird es erst dort, wo die Maschine den Denkprozess ersetzt.
Verbindliche, auch von den Kultus- und Bildungsministerien verabschiedete Kriterien für einen legitimen Gebrauch der KI in Schule und BIldung liegen noch nicht vor. Wir haben deshalb einmal im Dialog mit ChatGPT versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und ein Schaubild entwickelt, das einerseits klar zulässige und unzulässige Modi der Verwendung benennt, als auch andererseits die Zwischentöne der Problematik ausleuchtet. Der entscheidende Prüfstein für die eigene Arbeit ist vermutlich die Einsicht, dass das eigene Denken, quasi die eigene intellektuelle "Handschrift", stets erkennbar bleiben muss. Wo die KI auch das Denken und Entscheiden - sozusagen die Aufgaben des AFB II und III - übernimmt, wird es kritisch.
Praxis-Tipp: Ein praktisches Werkzeug zur Prüfung eigener Texte ist Pangram, das relativ sichere Angaben zur Herkunft eines Textes machen kann (selbst erprobt!). Leider ist diese Plagiats-Prüfung noch nicht gerichtsfest, aber für einen ersten Anhaltspunkt erweist sie sich als erstaunlich brauchbar.

Der frühere Tagesspiegel-Chef Stephan-Andreas Casdorff geriet in die Kritik, weil Artikel in erheblichem Umfang von KI erstellt worden sein sollen und wurde von seinen redaktionellen Aufgaben entbunden. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt musste sich Fragen zu KI-generierten Reden, Gastbeiträgen und sogar einer Rede zum Holocaust-Gedenken stellen. Besonders problematisch erschienen dabei nicht primär die verwendeten Werkzeuge, sondern nicht nachvollziehbare oder erfundene Zitate, die schließlich sogar zur Rücknahme eines Gastbeitrags führten.
Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sah sich bereits mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Zwar handelt es sich dabei nicht um KI-Fälle im engeren Sinne, doch die Grundfrage ist dieselbe: Wer ist eigentlich Autor eines Textes? Und worauf gründet sich die Glaubwürdigkeit eines veröffentlichten Beitrags?
Interessanterweise zeigen die aktuellen Fälle etwas anderes als viele Lehrer zunächst vermuten würden. Die Öffentlichkeit empört sich nicht darüber, dass jemand ChatGPT benutzt hat, sondern darüber, wenn jemand Verantwortung und das eigene Denken delegiert. Kritisch wird es erst dort, wo die Maschine den Denkprozess ersetzt.
Verbindliche, auch von den Kultus- und Bildungsministerien verabschiedete Kriterien für einen legitimen Gebrauch der KI in Schule und BIldung liegen noch nicht vor. Wir haben deshalb einmal im Dialog mit ChatGPT versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und ein Schaubild entwickelt, das einerseits klar zulässige und unzulässige Modi der Verwendung benennt, als auch andererseits die Zwischentöne der Problematik ausleuchtet. Der entscheidende Prüfstein für die eigene Arbeit ist vermutlich die Einsicht, dass das eigene Denken, quasi die eigene intellektuelle "Handschrift", stets erkennbar bleiben muss. Wo die KI auch das Denken und Entscheiden - sozusagen die Aufgaben des AFB II und III - übernimmt, wird es kritisch.
Praxis-Tipp: Ein praktisches Werkzeug zur Prüfung eigener Texte ist Pangram, das relativ sichere Angaben zur Herkunft eines Textes machen kann (selbst erprobt!). Leider ist diese Plagiats-Prüfung noch nicht gerichtsfest, aber für einen ersten Anhaltspunkt erweist sie sich als erstaunlich brauchbar.
